Die Köpfe hinter der Kunst

Mit Aestone stellen wir den kreativen und qualitativen Wert von Steinzeug und keramischer Kunst unter Beweis – mit einem einzigartigen Produktportfolio. Modern, natürlich und originell, ästhetisch und funktional. Dies gelingt nur dank der Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen Talenten: Meistern ihres Handwerks, die sich selbst und damit ihre Werke stetig neu erfinden und kontinuierlich neue kreative Impulse setzen. In unserer Reihe „DIE KÖPFE HINTER DER KUNST“ laden wir Sie ein, diese Menschen näher kennen zu lernen. Angefangen mit Andreas Hinder:

„Zahlreiche Tierplastiken haben seit 1994 meine Werkstatt in der Brunnenstraße verlassen und ein neues Zuhause gefunden. Sie stehen in Regalen, bewachen Durchgänge, oder sitzen einfach ruhig auf ihren Sockeln herum. Sie sind groß, grob und rau und müssen draußen bleiben oder sie sind klein, fein und zart und dürfen rein. Es sind keine realistischen Nachbildungen der Natur, eher „Straßenkreuzer“ aller Gattungen der Tierdarstellung: Von Mythen und Fabeln alter Kulturen ebenso beeinflusst, wie von Bildern der Kunstgeschichte oder Ikonen neuzeitlicher Comicsprache. In meiner Werkstatt verschmelzen Sie zu eigenständigen Wesen, welche das Herz Ihrer neuen Besitzer erobern möchten. Das Material spielt dabei immer eine entscheidende Rolle. Ich liebe Ton in seinen zahlreichen Facetten: seidenglatt oder grobkörnig rau, porzellanweiß, ziegelrot bis tief schwarz, erdig, bodenständig oder leuchtend bunt glänzend ist alles möglich. Eine breite Palette an Oberflächen und Farben steht mir zur Erschaffung meiner Tierplastiken zur Verfügung. Der „Bauplan“ für jede Tierskulptur perfektioniert sich durch Naturstudien, Blicke in die Kunstgeschichte und vor allem der Wiederholung des gleichen Themas in Varianten. So ist vielleicht der vierte Fuchs erst wirklich gut, hat die fünfte Krähe erst den gewünschten Ausdruck. Auch „lagern“ die Arbeiten manchmal monatelang, bis sie „reif“ sind, um fertiggestellt zu werden. Es folgt ein Brand bei ca. 1200° C im reduzierenden Gasbrand, auch hier kann noch sehr viel zum individuellen Erscheinungsbild jeder Kreatur beigetragen werden. Es entstehen Einzelstücke mit sehr persönlichem Ausdruck, Mimik im Blick, Gestik in der Haltung; immer auch ein Spiegelbild menschlicher Sichtweisen: Der grimmige Wolf, der listige Fuchs, die diebische Elster, der schlaue Rabe, der alte Hase usw. Um die Beschaffenheit einer Haut, eines Felles oder eines Gefieders zu erzählen, möchte ich diese nicht fotorealistisch abbilden, das können Fotografie und dreidimensionale Druckverfahren wesentlich besser, sondern eben eine Übersetzung in das Medium Ton erfinden; z.B. durch eine expressive Schraffur. Der selbstverständliche Umgang mit Gestaltung, dem Material und dem handwerklichen Prozess ist mir von Kindheit an vertraut, schon mein Vater war Kunsthandwerker im Familienbetrieb, gegründet von meinem Großvater, welcher seit den 1920er Jahren kunsthandwerkliche Keramik /Studiokeramik professionell gesammelt und vermarktet hat. Wenn man mich heute nach meinem Beruf fragt, sage ich: Ich bin Zeichner, Designer, Modelleur, Baukeramiker, Töpfer, Keramiktechniker, Maler, Ofensetzer, Brennmeister, Eventmanager, Verpackungskünstler, Fernfahrer, Messebauer, Verkäufer, Entertainer, Lehrer, Buchhalter und Reinigungskraft. Und glücklich damit. Ich mag mein kollegiales Umfeld und den Kontakt mit Kunden. Ich fühle mich in meiner „Nische“ wohl und freue mich über die Anerkennung, die ich erhalte – und dass ich meine Faszination für Keramik an Sie weitergeben kann.“